Im Mai bzw. Juni 2007 starteten Mitglieder des FFF mit Gästen je einen 10- Tage- Törn in die westliche Ostsee. Weitere Infos können Sie den Logbuchauszügen unterhalb der Bilderserie entnehmen.

FFF- Ostseetörn 2007 mit der MuM- Crew

Auszüge aus dem Logbuch:

Datum / Uhrzeit / Von / Nach / Wetter / Logstand

Mi. 6.6. 10:45 – 18:45 Heiligenhafen – Grömitz E 2-3 29 sm

Do. 7.6. 10:30 – 13:10 Grömitz – Travemünde NE 3-4, Böen 5 11,5 sm

Fr. 8.6. 09:55 – 18:15 Travemünde – Wismar NE 4-5 35,8 sm

Sa. 9.6. Hafentag in Wismar mit Stadtführung

So. 10.6. 09:15 – 18:13 Wismar – Kühlungsborn NE 2-4 36,9 sm

Mo. 11.6. 10:10 – 13:30 Kühlungsborn – Warnemünde E 0-2 12,8 sm

Di. 12.6. 09:00 – 18:00 Warnemünde – Timmendorf W 3 39,8 sm

Mi. 13.6. 09:30 – 13:10 Timmendorf – Grömitz W 4-5 18,1 sm

Do. 14.6. 09:35 – 16:05 Grömitz – Burgtiefe SW 4 / NE 3 27,2 sm

Fr. 15.6. 08:40 – 11:00 Burgtiefe – Heiligenhafen E 6 Böen 7 10,1 sm

Das Wetter war bis auf den letzten Tag durchgängig sommerlich warm und trocken, zeitweise auch schwül. Am letzten Tag gab es starke Regenschauer und kräftigen Wind mit Böen aus östlicher Richtung.

Sm: gesamt: 221,2 Motorstunden gesamt: 18,1 Std. Dieselverbrauch: 12,45 Liter

(rvo) Die Planungen sahen vor, daß in diesem Jahr die deutsche Ostseeküste Vorrang haben sollte, insbesondere die deutschen Hansestädte.

Am Dienstag, den 05.Juni begann die Reise planmäßig gegen 9:30 Uhr mit dem Golf Kombi nach Heiligenhafen, dem Heimathafen der Charterbasis. Die beiden Crew- Mitglieder Ben-Hermann und Gerhard fuhren mit dem Proviant in einem weiteren Golf Kombi gen Heiligenhafen.

Nach einer wegen großer Staus etwas mühsamen Fahrt kamen wir gegen 17:00 Uhr an der Charterbasis an und hielten damit den vereinbarten Übergabetermin für die Segelyacht Tärna, eine Bavaria 36, ein. Unterwegs erhielten wir per Handy Nachricht von Gerhard, daß sie schon in Heiligenhafen eingetroffen waren.

Die Yacht Tärna kannten wir bereits aus dem Vorjahr. Trotzdem erhielten wir eine ausführliche und kompetente Einweisung- auch mit Hinweisen auf Details. Leider waren nicht alle Problempunkte der Elektronik aus dem letzten Jahr beseitigt worden. Wenn man jedoch auf die Untersuchung der Funktionalität des Kartenplotters nebst anderer Anzeigen verzichtete, dann konnte man damit arbeiten. Andere Einrichtungen, wie ein Blinklicht im Topp oder der elektrische Warmwasserboiler zeigten später keine Funktion und die elektronische Windanzeige erwies sich als unbrauchbar .

Nachdem alles überprüft und gezeigt worden war, gab es die Freigabe zum Stauen der persönlichen Sachen und des Proviants. Dann mußten die Autos zur Parkhalle gebracht werden. Ein Shuttlebus brachte die Fahrer wieder zum Hafen.

Die Schwimmwesten und Lifebelts wurden zugeteilt und überprüft, die CO- Patronen in die Automatikwesten eingeschraubt und die Gurte eingestellt.

Das gemeinsame Abendessen wurde unter der Leitung von Hari zubereitet, die anderen Crew- Mitglieder halfen wie immer nach bestem Können.

Der erste Törntag führte uns nach Grömitz. Die ursprüngliche Absicht, erst in die Kieler Förde zu segeln, wurde wegen des ungünstigen Windes und des damit verbundenen Zeitbedarfs verworfen. Der Hafen von Grömitz wird zur Zeit aufwendig renoviert und modernisiert. Ein Liegeplatz zwischen zwei Dauerliegern wurde uns zugeteilt. Es stellte sich heraus, daß einer der beiden ein Mitbegründer des Grömitzer Yachthafens war. Hari hatte das in seiner kontaktfreudigen Art in Gesprächen mit dem Liegeplatznachbarn herausgefunden. Der Hafen war ziemlich gut belegt. Die besten Sanitärgebäude befinden sich im mittleren und südlichen Teil des Hafens. Wasser und Strom am Steg sind inklusive.

Als Ziel für den zweiten Törntag wurde Lübeck- Travemünde festgelegt. Lübeck hat den größten Fährhafen Deutschlands, wegen der vielen Fährverbindungen nach Skandinavien, den baltischen Ländern, Finnland und Rußland.

Am dritten Törntag segelten wir nach Wismar. Man muß sich wegen der untiefen Bänke vor der Wismarer Bucht genau an das betonnte Fahrwasser halten. Wir wählten den Westhafen, weil dieser als der komfortabelste und auch zugleich nahe am Stadtkern gelegene Yachthafen sein sollte. Beim Anlaufen präsentiert sich eine industriemäßige Silhouette, die durch die Holzindustrie und Werft geprägt wird.

Das Wasser vor der Werft am westlichen Ufer ist zwar großflächig aber sehr untief. Das muß man beim Bergen der Segel beachten, denn die große Wasserfläche lädt geradezu ein, den Aufschießer in diese Richtung zu fahren. In anschaulicher Weise wurden die Folgen einer auf Grund gelaufenen Yacht demonstriert, deren Crew versuchte, die Yacht wieder in tieferes Wasser zu ziehen Einer war dazu ins Wasser gestiegen und schob die Yacht mit allen Kräften. Der abgefierte Großbaum diente als Aus- und Einstiegshilfe.

Am alten Hafen lag der polnische Dreimaster DAR ML/ODZIEZY . der zunächst angesteuert und bewundert wurde. Bei unserem Einlaufen in den Westhafen gegen 18:00 Uhr waren die Liegeplätze an den Stegen schon weitgehend belegt. Freundliche Segler winkten uns aber zu und boten uns eine Lücke zwischen ihren Yachten in einer breiteren Box an. Allerdings fehlten einige Zentimeter in der Breite, so daß wir mit dem Bug nicht ganz an den Steg kommen konnten. Wir durften dann über das Vorschiff der Nachbarn an Land gehen. Für diese freundliche Geste gab es auch einen Schluck für sie.

Nach dem gemeinsamen Abendessen folgte dann ein Landgang mit einer ersten Stadtbesichtigung der alten Hansestadt, die in vergangenen Zeiten einmal 155 Jahre unter schwedischer Herrschaft stand. Heute erinnern noch Schwedenköpfe an verschiedenen Stellen in der Stadt und auf Pfählen an der Hafeneinfahrt an diese Zeit. Im Bereich des alten Hafens wird mächtig gebaut. Die alte hervorragend restaurierte städtische Bausubstanz mit ihren berühmten Kirchen lädt in jedem Fall zu einer Besichtigung ein.

Da zur gleichen Zeit der G8- Gipfel in Heiligendamm stattfand und weite Bereiche einschließlich des Yachthafens Kühlungsborn gesperrt worden waren, beschlossen wir den vierten Törntag als Hafentag anzuhängen und am nächsten Tag eine Stadtführung mit zu machen.

Am fünften Törntag segelten wir dann nach Kühlungsborn. Kühlungsborn kannten wir schon vom letzten Törn als modernen und großzügigen Yachthafen mit modernen mediteran anmutenden Bauten im Hafenbereich und sehr guten Sanitäreinrichtungen. Am Hafen und an der Promenade wurde damit begonnen, die riesigen Anlagen fürs Fernsehen u.s.w. anläßlich des G8- Gipfels wieder abzubauen. Der Gesamtaufwand für den Abbau wurde von einem Beteiligten mit ca. 3 Wochen veranschlagt. Ein Dauerlieger berichtete, daß ein langer Steg im östlichen Hafen ausschließlich für polizeiliche Wasserfahrzeuge reserviert wurde.

Der sechste Törntag führte uns nach Rostock- Warnemünde. Dabei passierten wir das innere kleine Sperrgebiet wegen des G8- Gipfels vor Heiligendamm. Es waren außer einem kleineren Arbeitsschiff im Strandbereich keine anderen Wasserfahrzeuge zu sehen. Vor Warnemünde wurde dann kurzer Hand beschlossen, in den 5- Sterne Yachthafen “Yachthafenresidenz Hohe Düne” (www.yhd.de) mit 750 Liegeplätzen einzulaufen, weil befürchtet wurde, daß es im Rostocker Stadthafen viel zu heiß sein könnte. Die Tärna wurde r.k. angelegt, damit man leichter über das Heck auf den niedrigen Schwimmsteg gelangen konnte. Der Yachthafen Hohe Düne östlich der Einfahrt nach Warnemünde erschien als ein zu groß geratenes Investoren- Projekt. Riesige Hotelanlagen und ein ebenso riesiger Yachthafen mit noblen aber etwas engen Sanitäreinrichtungen laden den anspruchsvollen Gast ein. Leider gibt es wohl zu wenig davon, denn weit weniger als 50% der Liegeplätze waren belegt. Die Hotelgebäudeanlagen im mediteranen Look wurden zwar von außen großzügig angestrahlt, aber in den Räumen war wegen der schwachen Auslastung nur vereinzelt Licht zu sehen,. Eine eigene Motorbarkasse, die früher mal in Hamburg stationiert war, stand für Liegeplatzinhaber und Hotelgäste bis 18:00 Uhr zur Querung der Warnow nach Warnemünde kostenlos zur Verfügung. Ein Stadtbummel in der Hansestadt Rostock, der größten Stadt des Landes Mecklenburg-Vorpommern ist empfehlenswert und erreicht man am besten mit dem Zug. Dazu sollte man ein Tagesticket lösen, das für Bahn, Busse und Autofähre über die Warnow gilt. Steintor, Rathaus und die Marienkirche mit der astronomischen Uhr sind unter anderem sehenswert.

Am siebten Törntag ging es wieder in westliche Richtung in den idyllischen Fischerhafen Timmendorf auf der Halbinsel Poel. Dieser Hafen kann für Yachten mit größerem Tiefgang etwas problematisch werden wegen der immer wieder versandenden Einfahrt. Unser Tiefenmesser zeigte am Liegeplatz weniger als 1 Meter an, in Realität waren es aber die für uns notwendigen 1,9 bis 2,2 Meter im Kielbereich, die wir mit einem behelfsmäßigen Lot überprüften. Es gab westliche Winde, die das Wasser in den Hafen drückten. Wenn man mal am Liegeplatz fest kommt, dann schleppt der Hafenmeister die Yacht wieder heraus.

Der achte Törntag sollte zurück in die Lübecker Bucht nach Neustadt oder Grömitz führen. Die Winde waren für Grömitz günstiger und die Distanz kürzer und so war die Entscheidung schnell gefallen nach Grömitz zu segeln, auch in Anbetracht dessen, daß der nächste Hafen Burgtiefe auf Fehmarn sein sollte. In Grömitz suchten wir uns dann gleich dank unserer gewonnenen Erkenntnisse in den südlichen Teil des Hafens unseren Liegeplatz. Jetzt waren reichlich Liegeplätze vorhanden. Man kann sich das Manöver als Gastlieger erleichtern, wenn man einen Steg wählt, bei dem eine größere Wasserfläche zwischen den Stegen vorhanden ist. Es gibt dort zwei unterschiedliche Breiten

Eine Besichtigung der Strandanlagen und der Seebrücke folgte bevor dann wieder Kombüse und Backschaft angesagt waren. Es war deutlich zu erkennen, daß noch Vorsaison war, denn die Strandkörbe waren nur wenig belegt. 2 kleine Mädchen zeigten ihren Mut und sprangen vom Geländer der Seebrücke ins Wasser.

Mit dem neunten Törntag erreichten wir den Hafen Burgtiefe auf Fehmarn. Ein Liegeplatz im inneren der großen runden Steganlage mit dem Bug in NE Windrichtung sorgte für einen ruhigen Liegeplatz. Bis jetzt hatten wir sommerliches Wetter mit Windstärken bis max. 5 Bft.., wenn auch nicht immer aus der idealen Richtung. Ein kleiner Einkauf zur Auffüllung des Proviants mit frischem Obst (diesmal gab es Erdbeeren!!) folgte und ein Blick auf den Südstrand. Es erschien merkwürdig, daß im Strandbereich für eine Großbaustelle die Baugrube ausgehoben wurde. Das sollte man tunlichst nicht in der Hauptsaison machen!

Am zehnten Törntag zurück nach Heiligenhafen zeigte uns das Wetter die unangenehme Seite. Nachts hatte es schon kräftige Regenschauer mit entsprechendem Wind gegeben. Am Morgen hörten wir dann auf DP07 (Delta Papa Null Sieben) in der “großen Konferenz von Borkum bis Bornholm”, daß uns weiterhin Ungemach blühen würde. Windstärke 6 in Böen 7 und dazu kräftige Regenschauer. Zu unserem Glück kam der Wind aus östlicher Richtung und dann ging es los mit verkleinerter Fock, denn die Yacht mußte zurück gegeben werden. Immerhin mit bis über 6 Knoten ging es dann ab in den Fehmarnsund. Östlich der Fehmarnsundbrücke gab es natürlich kräftige Wellen, die die Yacht von achtern packen und drehen wollten. Nachdem die Brücke passiert war, wurde es unter der Landabdeckung ruhiger. In der Ansteuerung nach Heiligenhafen war eine Yacht zur Ausbildungsfahrt unterwegs und übte MOB- Manöver. Sicherlich eine reale Übungssituation. Die vom Einweiser empfohlene Tankstelle in Heiligenhafen am Steg 12 lag in einer ungünstigen engen Lage mit auflandigem Wind. Der Tankwart zeigte sich wenig begeistert darüber, daß unsere Yacht mit dem Bug in Luv an Backbord anlegte und er mit dem Dieselschlauch an die Steuerbordseite mußte. “Ihr habt keine Ahnung” war sein Kommentar, wir aber wollten beim Ablegen schnell mit dem Bug durch den Wind drehen können, was dann auch mittels einer kurzen Achterspring gut gelang. Der Tankwart von der Bunkerstation war aber auch sehr hilfreich beim Leinenhandling. Der Wind war immer noch recht heftig. In unseren Liegeplatz hatte sich bereits eine andere Segelyacht geflüchtet. Dann nahmen wir den nächsten freien Liegeplatz und wurden vom achterlichen Wind etwas ruppig in die Box geschoben. Es gab noch einige Schauspiele beim Anlegen der nachfolgenden Yachten zu sehen.

Nun begann das Ausräumen und Saubermachen der Yacht. Um 16:00Uhr war die Übergabe an den Vercharterer problemlos erfolgt und es konnte die Heimreise angetreten werden.

Insgesamt hatten wir einen schönen, gemütlichen Törn mit sommerlichen Wetterbedingungen. Bei jedem Frühstück gab es leckeres Müsli mit Apfel, Banane, Kiwi, Milch und Yoghurt. Das hält lange vor, schont das Geschirr und schmeckt gut.

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